MÜNSTER! Magazin

Josef Kleinheinrich vor einem Wandbild aus Papierarbeiten der Kölner Künstlerin Bärbel Messmann. Foto: Peter Leßmann

Juni 2021 N°103


Die schönen Dinge

Bei Josef Kleinheinrich ist alles Kunst. Im Oer’schen Hof an der Königsstraße präsentiert der Verleger seine Werke von Dichtern und Malern, er umgibt sie mit Bildern, Objekten und Skulpturen. 1986, als Kleinheinrich den selbsternannten Ein-Mann-Betrieb in Münster gründete, nahm er sich vor, skandinavische Literatur für den deutschsprachigen Raum zu entdecken. Das Adelspalais des Oer’schen Hofes aus dem 18. Jahrhundert betrachtet Josef Kleinheinrich als wie geschaffen für seine Kollektion. In der ehemaligen Hauskapelle im Obergeschoss veranstaltet er Ausstellungen und Lesungen, gäbe es in den Monaten der Pandemie bloß die Gelegenheit dazu. Besuch empfängt er kaum noch: „Das vergangene Jahr war eine ziemliche Katastrophe. Dabei muss man das, was ich anbiete, haptisch erfahren. Meine Bücher sind dazu da, um in ihnen zu blättern.“ Im Gespräch erklärt Josef Kleinheinrich, worauf er bei seiner Arbeit darüber hinaus Wert legt.

Text CHRISTOPH SCHWARTLÄNDER


Herr Kleinheinrich, wovon waren Sie zuerst fasziniert: von Büchern oder Skandinavien?

Es ging miteinander einher. Ich habe mich stets für Literatur und Kunst interessiert, sozusagen für die schönen Dinge. Und schon in jungen Jahren war ich oft in Skandinavien – Landschaft, Architektur und Design habe ich gleich als etwas ganz Besonderes wahrgenommen. Studiert habe ich dann in Münster und in Kopenhagen, die Zeit dort hat mich sehr geprägt.

Was zeichnet die Lebensart in Dänemark aus?

Die Deutschen sind allgemein sehr ernst. Auch in Schweden herrscht eine Zurückhaltung: Jeder ist auf den Ton bedacht und bemüht sich, nicht zu viel zu sagen. Ich glaube, dass die Dänen grundsätzlich eine andere Lebenseinstellung haben, mit einer gewissen Offenheit allem gegenüber. Sicher spielt das Meer dabei eine wichtige Rolle. Dänemark besteht schließlich aus mehr als 500 Inseln und einer Halbinsel. Überall ist Wasser in der Nähe.

Reifte in Dänemark Ihr Plan, einen Verlag zu gründen?

Ja. Nachdem ich gemerkt, gelesen und studiert habe, wie viel gute Literatur es in Skandinavien gibt, hatte ich die Idee, einen Verlag mit diesem Schwerpunkt zu gründen. Damals gab es relativ wenige Übersetzungen. Ich wollte eine kleine Bibliothek mit Literatur aus Skandinavien aufbauen. Heute gibt es neben deutschen Ausgaben jeweils eine dänische, schwedische, norwegische, isländische und sogar eine finnland-schwedische Reihe.

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Refugium des Adels: Der Oer‘sche Hof ist ein Werk des Barock-Baumeisters Johann Conrad Schlaun. Foto: Peter Leßmann

 Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Juni Ausgabe des MÜNSTER! Magazins No.103.