Münster sieht endlich wieder Sterne!

Wie uns nachhaltige Beleuchtungskonzepte den Sternenhimmel zurückbringen...

Der Sternenhimmel über Münster, hier der Bereich zwischen Nienberge und Gelmer

Foto: Sternenfreunde Münster, Martin Vogel

Münster - Seit mehr als 150 Jahren gibt es in Münster Straßenbeleuchtung. Den Anfang machten 225 Gaslaternen, heute werden beim Amt für Mobilität und Tiefbau knapp 28 000 Straßenleuchten gezählt. Die Leuchten dienen seit jeher bei Dunkelheit der Sicherheit auf den Straßen und Wege. Der Haken: Die Lichtverschmutzung, die den Sternenhimmel verdeckt. Doch dank nachhaltiger LEDs sieht Münster jetzt endlich wieder Sterne!

 Die aktuellen Straßen-LED-Leuchten reduzieren neben dem Energieverbrauch auch die so genannte Lichtverschmutzung in einem Maße, dass selbst die Sternenfreunde Münster ihre Beobachtungsgegenstände über der Stadt wieder besonders gut sehen können. Der vermehrte Einsatz von LED-Leuchtkörpern habe eine positive Wirkung auf die Lichtglocke über der Stadt, so die Meinung der Himmelsbeobachter. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken hat das Amt für Mobilität und Tiefbau etwa die Kugelleuchten im Stadtgebiet gegen energiesparende Leuchten ohne Lichtabstrahlung nach oben ausgetauscht.

Angepasste Licht-Konzepte

Die Stadt Münster stimmt zunehmend ihre Lichtplanungen auf die speziellen Erfordernisse im jeweiligen Umfeld ab. Kleinräumige Planungen kommen Mensch und Natur zugute. Es gibt für jeden Straßentyp individuelle Planungen, so dass für jede Situation die passende Beleuchtung vorhanden ist; die Promenade etwa wird anders beleuchtet als ein Kreisverkehr. Auch mit Blick auf die Sicherheit hilft viel Licht nicht unbedingt viel, entscheidend ist eine gleichmäßige Beleuchtung.

Intelligente Beleuchtung

Die grundsätzliche Bereitschaft der Stadt Münster, sich den neuen Herausforderungen an die Lichtplanung gerade wegen der Einflüsse des Lichts auf Mensch und Natur zu stellen, habe der Stadt aktuell eine Vorreiterrolle beschert, lautet auch das Lob von Polizeiwissenschaftlerin Dunja Storp.  Pilotprojekte mit so genannter intelligenter Straßenbeleuchtung etwa werden mit wissenschaftlicher Begleitung auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Aus kriminologischer Betrachtung begünstigt eine solche, bedarfsorientierte Beleuchtung zudem in deutlichem Maße die menschlichen Verhaltensweisen positiv. Hier wird Licht nur nach Bedarf abgerufen. Diese Technik soll auch an  den zukünftigen Velorouten eingesetzt werden, um die Tierwelt nicht unnötig künstlichem Licht auszusetzen.