Auf der Jagd nach den
mysteriösen Geister-Teilchen

Forscher aus Münster suchen im ewigen Eis nach den Geheimnissen des Universums

Foto: WWU

Münster/Südpol - Seit fast zehn Jahren suchen Wissenschaftler aus Münster und der ganzen Welt mit dem Großexperiment „IceCube“ im ewigen Eis des Südpols nach Neutrinos – kleinste Teilchen, die als kosmische Strahlung auf die Erde gelangen. Jetzt wird die Jagd nach den Geisterteilchen mit weiteren 37 Mio. US-Dollar gefördert.

Worum geht es?   

Neutrinos werden u.a. bei der Kernfusion im Inneren der Sonne erzeugt. Durch eine Fläche so groß wie ein menschlicher Daumennagel fliegen in jeder Sekunde rund 60 Milliarden Sonnen-Neutrinos, allerdings ohne irgendeine Spur zu hinterlassen. Der Nachweis dieser „Geisterteilchen“ ist extrem aufwendig und erfordert besondere Detektoren. Für den „IceCube“-Detektor haben Forscher darum Löcher ins Eis der Antarktis gebohrt, jedes 2500 Meter tief, und dort Lichtsensoren versenkt, die die winzigen Lichtblitze messen, welche bei den seltenen Neutrino-Reaktionen im Eis entstehen.

Foto: WWU

Wie ist Münster beteiligt?

Zu den beteiligten Forscher gehört Prof. Dr. Alexander Kappes von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Zu den bisherigen 5000 Sensoren kommen jetzt noch einmal 700 verbesserte hinzu. Der geplante Detektor wird aus zwei verschiedenen Typen von optischen Modulen bestehen. Einen der beiden neuen optischen Sensoren, das „multi-Pixel Digital Optical Module“ (mDOM), entwickelten deutsche Forschergruppen an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Münster sowie am DESY federführend. „Neutrinos sind die am wenigsten verstandenen Teilchen im Standardmodell der Teilchenphysik,” betont Professor Kappes, der Leiter des mDOM-Projekts. „Sie haben Eigenschaften, die das Standardmodell nicht erklären kann.”

Wer bezahlt das Upgrade?

Die gewaltige Aufrüstung der Anlage soll 37 Millionen US-Dollar kosten, zu einem großen Teil bereitgestellt durch die US-amerikanische „National Science Foundation“. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Ausbau.