Oxford & York: Jetzt rollen endlich die Bagger!

Es geht los auf den beiden riesigen Baugebieten in Gremmendorf und Gievenbeck

Visualisierung: Arge OXF

York und Oxford: Bagger im Einsatz für Rückbau und Sanierungsarbeiten
Flächen werden zur Baureife gebracht / Neue Baustraßen

Münster - Seit Jahren begleitet das Projekt die Stadtgesellschaft - und wird es weitere Jahre noch tun. Immerhin: Jetzt rollen endlich die Bagger auf den beiden ehemaligen Kasernenflächen  York und Oxford. Das städtische Tochterunternehmen KonvOY hat den Großauftrag für den Rückbau und die Sanierungsarbeiten an die Firma Freimuth Abbruch & Recycling GmbH aus Bülkau (Nds.) vergeben. Die kümmert sich jetzt um die fachgerechte Sanierung und Entsorgung der Bauschadstoffe, den vollständigen Rückbau der nicht erhaltenswerten Gebäude und Anlagen, die Freilegung der versiegelten Flächen, die Sanierung einzelner Bodenbelastungen und die Baureifmachung der Erschließungsflächen.

Auf den beiden größten Baustellen Münsters entstehen in den kommenden Jahren insgesamt ca. 3000 Wohneinheiten in Kombination mit sozialer Infrastruktur, Räumen für Handel, Gewerbe und Dienstleistungen, öffentlichen Einrichtungen, Kultur- und Kreativräumen sowie große Grün- und Freizeitflächen. Die Dimensionen der Rückbau- und Sanierungsarbeiten sind angesichts der Flächengrößen eindrucksvoll. Entsprechend wird abschnittsweise gearbeitet. Die ehemalige York-Kaserne in Gremmendorf hat eine Fläche von 50 Hektar, so dass ein Zeitraum von zweieinhalb Jahren angesetzt ist, bis alle Teilflächen baureif sind und für den Neubau bzw. Umbau der denkmalgeschützten Bereiche zur Verfügung stehen. Für das 27 Hektar große Oxford-Areal in Gievenbeck sind eineinhalb Jahre veranschlagt.

Aus ökologischen und ökonomischen Gründen werden große Teile des durch die Abbrucharbeiten anfallenden Bauschutts recycelt und vor Ort für die Herstellung der Erschließungsanlagen verwertet. Bevor das Material wieder zum Einsatz kommt, checkt ein Fachgutachter die Umweltverträglichkeit und technische Eignung. Dann kann der schadstofffreie Bauschutt mit einer Brechanlage zerkleinert werden, um die für den Einbau passende Körnung zu erlangen. Dabei wird auf einen größtmöglichen Schutz der Anwohner vor Lärm und Staub geachtet. Auch der bei Kanal- und Straßenbauarbeiten anfallende Bodenaushub ist für eine Wiederverwertung auf dem Gelände vorgesehen. Eine ökologische Baubegleitung stellt sicher, dass die Belange des Umwelt- und Naturschutzes vollständig beachtet werden. Ein Baumschutzgutachter kontrolliert die Einhaltung der Auflagen und Bedingungen im Nahbereich des schützenswerten Baumbestandes.
 

Foto: NRW.Urban

Baustraßen im Bau

Um eine gute Baustellen-Logistik zu ermöglichen, wird derzeit auf beiden Arealen eine Straße gebaut. Auf der Oxford-Kaserne wird bis Ende Juli eine Baustellenstraße errichtet, die während der Baumaßnahmen eine Verbindung von der Straße Bernings Kotten zum Arnheimweg schafft. Über diese Trasse wird die Anbindung der Baufelder im nördlichen Bereich sichergestellt, etwa zum Wohn- und Stadtbau-Projekt "Wohnen mit Aussicht", dessen Bauphase voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2020 starten wird. Auch der Neubau des Kirchenzentrums der Lukas-Kirchengemeinde wird davon profitieren. Dank des Einbahnstraßensystems werden Lärm- und Erschütterungsbelastung der Anwohner sowie das Verkehrsaufkommen verringert.

Auf der York-Kaserne steht ab Ende Juli die neue Anbindung über den Heeremansweg an das Gewerbegebiet zur Verfügung, ebenfalls als Einbahnstraße. Neben dem Abbruch, dem Straßen- und Leitungsbau wird die Baustraße auch für die  Hochbauarbeiten im nördlichen Quartier durch die Wohn- und Stadtbau genutzt, die voraussichtlich im Sommer 2020 beginnen sollen. Die Trasse der Baustraße bleibt über die Bauzeit hinaus erhalten -  im künftigen Wohnquartier wird sie als Umweltspur von Bussen und Fahrrädern befahren werden.

Tiefbauarbeiten im Wiegandweg

Im Juli starten am Wiegandweg Tiefbauarbeiten: Die Kanalisation wird saniert, die Straße wird erneuert ebenso wie die Versorgungsleitungen. Diese Maßnahmen sind Voraussetzungen für die künftige Erschließung des südlichen Teils des York-Quartiers und der neuen Kita. Der Baustellenverkehr für den Kita-Neubau und den südlichen Quartiersteil wird weitgehend nicht über den Wiegandweg, sondern über das ehemalige Kasernengelände geführt.