LWL-Forscher lassen mysteriöse Grabkammer auferstehen

Sie ist tausende Jahre alt und liegt versteckt im Wald

Foto: LWL

Lotte/Westerkappeln - Seit Jahrtausenden wahrt die alte Grabanlage im Münsterland ihr Geheimnis -  jetzt können Besucher mit Hilfe modernster Virtual Reality (VR) nachvollziehen, wie sie einst aussah. Bei Lotte-Wersen (Kreis Steinfurt) haben Wissenschaftler der LWL-Altertumskommission für Westfalen die Großen Sloopsteene, das am besten erhaltene Großsteingrab in Westfalen, für die Augen der Besucher mit VR-Brillen so in Position gebracht, wie die tonnenschweren Steine einmal lagen.

Gemeinsam mit Forschern der Hochschule Bremen haben die Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eine Animation entwickelt, in der die Steine virtuell an ihre ursprüngliche Position "fliegen". Die VR-Anwendung funktioniert auch auf dem auf dem eigenen Smartphone.

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Zeitreise in die Steinzeit


LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger: "Die Animation ist ein erstes Projekt. Die Idee dieser virtuellen Zeitreise entwickeln wir zurzeit weiter. Zukünftig wird man dann nicht nur Betrachter des Grabes sein, sondern Teilnehmer einer Begräbniszeremonie vor 5500 Jahren. So etwas ist auch für andere Orte und andere Zeiten der westfälischen Vergangenheit denkbar."

Die Rekonstruktion der Zeitphasen, die in der aktuellen Animation zu sehen sind, basiert auf den aktuellen Erkenntnissen der Archäologen. Daraus entstand auf der Basis von modernen hochauflösenden 3D-Vermessungsdaten die Rekonstruktion. Projektleiter Leo Klinke: "Ausgehend von den heutigen Positionen der Steine wird das Megalithgrab virtuell wiederaufgerichtet. So eröffnet sich den Betrachtern die Möglichkeit, von verschiedenen Standorten aus die Architektur virtuell zu erleben." Den besten Eindruck habe man vor Ort mit einfach zu handhabenden VR-Brillen oder dem eigenen Smartphone. Die Animation ist aber auch hier zu sehen.