Prozessionspinner, Kriebelmücke - kommt jetzt noch die dritte Plage?

Vor einer Wespenplage in NRW warnt zumindest die RP. Aber was ist da wirklich dran?

Münster – Raupen, Mücken – und jetzt die Wespen? Keine Eiche, die nicht vom Prozessionsspinner befallen ist, gesperrte Spielplätze, abgesagte Kita-Freizeiten – und wen die Härchen der Raupen nicht erwischen, der ist garantiert zerstochen von der fiesen, kleinen Kriebelmücke. Und jetzt droht NRW, laut „Rheinische Post, auch noch eine Wespenplage. Aber stimmt das wirklich?

Über 10.000 Nester des Eichenprozessionsspinners hat alleine die Stadt Münster bereits entfernen lassen. Doch immer noch hängen zahllose Nester an den Bäumen. Wer mit den Härchen in Kontakt kommt hat im besten Fall rote Punkte und Ausschlag, es kann aber auch gerade bei Allergikern zu ernsten Situationen kommen. „Die Härchen des Eichenprozessionsspinners enthalten das Nesselgift Thaumetopoin, das bei Hautkontakt freigesetzt wird. Häufige Begleitsymptome sind Schwindel, Fieber und Müdigkeit, in Einzelfällen kann es auch zu allergischen Schockreaktionen kommen“, erklärt Apothekerin Angelika Plassmann, Sprecherin der Münsteraner Apothekerschaft.

 

 


 

Foto: Anti-Brumm

Die Kriebelmücke ist die zweite Plage, die Münster gerade heimsucht. Die Tiere fliegen lautlos heran und beißen dann zu, wobei ein Speichelgift abgesondert wird. Eigentlich widmen sie sich am liebsten Wildtieren, in diesem Jahr aber auch gerne dem Menschen.

 

Dem Eichenprozessionspinner ist zur Zeit kaum Herr zu werden. Auch wenn sich die Raupen bald verpuppen, die Brennhärchen bleiben... Foto: Stadt Münster

Und jetzt auch noch eine Wespenplage? Das legt zumindest ein Bericht der RP aus Düsseldorf nahe. In NRW seien wegen der hohen Temperaturen vermehrt Wespennester entdeckt worden, teilweise stünden die Telefone nicht mehr still.

Im Münsterland ist das bisher nicht so. Gabriele Binnewies (B.H.S. Hygieneservice Greven): „Wir hatten in den letzten Jahren immer schon viele sehr Wespen. Bis jetzt ist es noch kein großer Unterscheid zum letzten Jahr. Aber: Die Nester werden jetzt erst größer, wir werden also erst in der nächsten Zeit sehen. Viele Betroffenen melden sich auch erst, wenn wirklich überall Wespen rumschwirren.“

Auch der Biologe und Schädlingsbekämpfer Thomas Schubert (Münster) gibt Entwarnung: „Das ist jedes Jahr zu hören, ist aber Quatsch. Wir haben ein ganz normales Wespenjahr. Natürlich werden die Nester jetzt langsam größer, so dass sie auch mehr auffallen. Aber das ist im komplett normalen Rahmen. Wirklich in Kontakt mit den Wespen werden die meisten Menschen ohnehin erst kommen, wenn diese ihre Ernährung auf Zucker umstellen, was meist im August oder Spätsommer geschieht.“