Corona-Virus in Münster: Was Sie jetzt beachten sollten

Der größte Feind des Corona-Virus: Gute Hygiene; Foto: Apotheken-Umschau

Münster - Der Coronavirus ist am Wochenende in Münster angekommen. Am Samstagabend ist in Münster der erste bestätigte Fall des Coronavirus im Universitätsklinikum Münster (UKM) eingeliefert worden. Dennoch besteht kein Grund für Panik, betonen Oberbürgermeister Markus Lewe und UKM-Chef Prof. Dr. Hugo van Aken.

Der 51-jährige Mann kam aus seinem Urlaub im Iran zurück. Auf dem Flug bemerkte er erste Symptome und hat sich nach seiner Ankunft in Münster direkt ins Universitätsklinikum begeben. Der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKM Prof. Dr. Hugo van Aken betonte, dass der Patient in Münster keinen Kontakt zu anderen Personen hatte. Er befindet sich momentan in Quarantäne. Seine Frau, die nicht mitgereist ist, hat sich ebenfalls in 14-tägige freiwillige Quarantäne begeben, ist jedoch nicht vom Virus betroffen.

Die Stadt Münster hat vorbeugend mit der Lufthansa Kontakt aufgenommen, damit die Passagiere, die in der näheren Umgebung des Infizierten saßen, informiert werden und in Beobachtungsprogramme aufgenommen werden können. Die DB wurde auch informiert, da der Patient von Frankfurt nach Köln mit dem Zug gereist ist. Jedoch erweist sich die Nachverfolgung der Gefährdeten hier als schwieriger.

Van Aken hebt hervor, dass die Angst der Bevölkerung, die in Hamsterkäufen von Lebensmitteln, Desinfektionssprays und Mundschützern endet, eine Gefahr darstellen kann. Die Knappheit dieser Waren wirke sich auch auf Krankenhäuser aus, da durch fehlende Materialien selbst normale Operationen nicht mehr durchgeführt werden können. Die Apotheke des UKM ist bereits dabei zu ermitteln, ob sie Desinfektionsmittel aus Alkohol für den Krankenhausgebrauch selbst herstellen kann.

Auch OB Lewe betont: „Die Folgen des Virus, wie zum Beispiel Hamsterkäufe dürfen keine größeren Auswirkungen haben, als die Ursache an sich.“

Die Ärzte des UKM raten: Wer Verdacht auf den Virus hat, soll sich zuerst telefonisch bei seinem Hausarzt melden. Dieser wird dann alles weitere regeln.

Genereller Schutz ist bereits durch Händewaschen mit Seife geboten und der besonderen Vorsicht beim Kontakt mit Reisenden.

Für Erstabstriche und Untersuchungen auf den Coronavirus sind vor dem UKM 3 Container aufgebaut worden. So soll verhindert werden, dass Infizierte den Virus im Krankenhaus verbreiten können. Außerdem soll die Pflege bei potenziellen zukünftigen Fällen bei Möglichkeit ausgelagert werden auf die häusliche Behandlung. Dadurch soll die Gefährdung anderer und eine Überfüllung des Krankenhauses vermieden werden.  Momentan wirkt sich der Coronafall nicht auf den weiteren Betrieb im Krankenhaus aus.

Laut Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs, werden Fußballspiele und Universitätsveranstaltungen zunächst stattfinden. Die Absage von Veranstaltungen liegt in erster Linie im Ermessen der Veranstalter. 

Bis auf weiteres wird sich der Krisenstab nun alle zwei Tage treffen und besprechen, welche Maßnahmen getroffen werden sollen, um künftig mit derartigen Fällen umzugehen.