Mr. Turner is here … erster Rundgang im LWL Museum

Die Bilder hängen, MÜNSTER! hat es gesehen, ab dem 8. November läuft die Ausstellung

Münster - In der aktuellen November-Ausgabe von MÜNSTER! haben wir es schon angekündigt: Die bisher vielleicht bedeutendste Ausstellung im LWL Museum für Kunst und Kultur startet am 8. November: „Turner. Horror and Delight“. Zum ersten Mal hängen in Münster die Werke des britischen Künstlers der Romantik, William Turner (1775-1851). Sieben Räume sind im LWL-Kunst-Museum für dramatische Sturmbilder und imposante Berg-Motive reserviert. Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und führt den Besucher durch das Lebenswerk des jungen Turners bis hin zu seinen Spätwerken, ergänzt durch Bilder von Zeitgenossen und Turners Vorbildern.

Beim ersten Rundgang waren nicht nur der Direktor des LWL Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold, dabei, nicht nur die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Judith Claus und der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Matthias Löb. Es kam aber auch direkt aus London Dr. David Blayney Brown, Senior Curator of British Art 1790 – 1850 der Tate Britain. 65 Leihgaben aus seinem Museum hängen jetzt in Münster. Schließlich ist es schon nach der Henry-Moore-Ausstellung die zweite Kooperation des LWL Museums mit dem Kunstmuseum Tate Britain.

Was gibt es zu sehen? Matthias Löb bringt es auf den Punkt: „Bei den Bildern von William Turner geht es um Stimmungen und Licht, man hat das Gefühl, man steht direkt am Meer…“ William Turner war ein „Reise-Künstler“, das erzählt die Kuratorin Dr. Judith Claus auf der ersten Führung durch die Ausstellung. „Im Sommer war Turner in den Bergen oder in Italien unterwegs und im Winter arbeitete er an seinen Gemälden.“ Turner war schnell angesehen in der Londoner Künstlerwelt, konnte bald von seiner Kunst leben, war Mitglied der berühmten Royal Academy, hatte für seine Unabhängigkeit eine eigene Galerie in seinem Haus und er soll ein sehr strukturierter Maler gewesen sein. Er habe manchmal bis zu drei Leinwände nebeneinander gestellt und mit einem Pinsel und einer Farbe die ganze Reihe durch bearbeitet und so die Farbe bis ins Letzte genutzt. „Aus diesem Grund gibt es so viele unvollendete Werke. Gerade bei den Spätwerken gibt es welche, da weiß man nicht, sind die unvollendet oder Spätwerke?“, erzählt die Kuratorin Dr. Judith Claus.

In NRW gab es laut LWL-Direktor Dr. Arnhold vor über 20 Jahren die letzte Turner-Ausstellung. Dass das Thema jetzt schon gut bei den Münsteranern ankommt, zeigt, dass über 600 Führungen schon gebucht sind. Wer also bis zum 26. Januar an einer der öffentlichen Führungen teilnehmen möchte, sollte sich etwa zwei Wochen vorher über das Buchungssystem des Museums anmelden.    

  Das LWL Museum verfolgt thematisch eine Ausstellungsreihe, die sich der anglo-amerikanischen Kunst widmet: Moore und das Bauhaus in Amerika sind zwei Beispiele aus der Vergangenheit. Dass die Zusammenarbeit mit der Tate für die Zukunft weiter gehen soll, aber durch den Brexit, wenn er kommt, verkompliziert wird, ist allen klar. Trotzdem wollen die Anwesenden ein Zeichen setzen: Turner war ein Europa-Reisender, „und wir Kulturleute sind auch alles Europäer“, finden Löb und Dr. Arnhold. Letzter versprach noch: „Die Zusammenarbeit geht weiter, jetzt schon laufen die Vorbereitungen für eine Ausstellung 2023/2024, ich verrate nicht, um was es geht…“ Doch es sei wichtig, dass die Verträge schon stehen, bevor es endgültig zum Brexit kommt. „Die Freizügigkeit der internationalen Kunsttransporte wird schwieriger, für uns Kultur-Leute ist das ein großer Rückschritt.“

Mehr über die Ausstellung lesen Sie in der aktuellen MÜNSTER!