In Appelhülsen wurden drei Kinder zu Waisen

Mann tötet Ex-Partnerin und sich selbst

Münster/Appelhülsen (Update) - Heute Morgen lief es schon rauf und runter im Radio: Zwei Tote wurden an der Bahnstrecke bei Nottuln-Appelhülsen entdeckt. Jetzt gaben Staatsanwaltschaft Münster, der Kreispolizeibehörde Coesfeld und des Polizeipräsidiums Münster eine gemeinsame Presseerklärung zu dem mysteriösen Fall heraus. Inzwischen ist auch klar: Drei Kinder sind jetzt Waisen.

Rückblick: Um kurz nach Mitternacht, gegen 0:20 Uhr, informierten Zeugen die Polizei in Coesfeld über einen Familienstreit in einem Mehrfamilienhaus in Nottuln-Appelhülsen. Als die Beamten vor Ort eintrafen, hatten sich die streitenden Lebenspartner bereits aus der Wohnung entfernt. Beide haben drei gemeinsame Kinder (5 - 9). Wie lange die Polizei nach dem Notruf gebraucht, konnten die zuständigen Stellen noch nicht klären. Nachdem aus der Nachbarschaft Hinweise auf eine mögliche Gewaltanwendung des Manns gegen seine Frau erfolgten, suchte die Polizei intensiv nach den beiden Personen.

Leichen nachts gefunden

„Gegen 03:00 Uhr entdeckten Polizisten auf einer Grünfläche am Ortsrand von Appelhülsen die Leiche einer Frau", erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt in Münster. „Piloten des eingesetzten Polizeihubschraubers meldeten gegen 04:20 Uhr einen leblosen Körper an der Bahnstrecke zwischen Appelhülsen und Bösensell. Mittlerweile konnten beide Personen identifiziert werden. Es handelt sich um eine 27-jährige Frau aus Syrien und ihren ebenfalls aus Syrien stammenden 34-jährigen Lebenspartner. Nach einer ersten Inaugenscheinnahme des Leichnams der Frau gehen die Ermittler davon aus, dass die Frau durch äußere Gewaltanwendung verstorben ist." Bezüglich des Mannes geht der Oberstaatsanwalt von Suizid aus, auch wenn bisher noch nicht von einer Meldung eines Zugführers über einen Personenschaden bekannt ist.

Hintergründe noch unklar

Eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Münster unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Frank Schneemann hat die Ermittlungen übernommen. „Derzeit werden die Fundorte der Personen und mögliche Tatorte von den Kriminaltechnikern untersucht", erklärte der MK-Leiter. „Wir hoffen, mit Hilfe der Spuren und Zeugenaussagen einen möglichen Tathergang rekonstruieren zu können, zurzeit sind aber weder zum Motiv noch zum Verlauf der Auseinandersetzung konkrete Angaben möglich." Eine Obduktion der Frau wurde beantragt, um die Kinder kümmert sich jetzt das Kreisjugendamt Coesfeld.