Im Münsterländer Himmel

Drensteinfurt - Ihre Liebe zu Blumen und schön angelegten Gärten spiegelt ihr eigener Garten wider. Inmitten eines münsterländischen Wohngebiets aus den 1990er-Jahren liegt das besondere Haus mit den zwei Holzfassaden und dem Scheunentor von Margrets Familie, eingebettet zwischen Staudenbeeten und wunderschönen Rosen.

Entworfen hat es Architekt Ludger Borgel 1994 in den letzten Semestern seines Studiums für seine Cousine. „Das war wie eine Diplomarbeit damals und ein tolles Referenzobjekt für meine weitere Laufbahn“, erinnert sich der Architekt aus Ibbenbüren. Für Margret und ihren Mann Dietmar waren das Scheunentor und die beiden mit Holz verkleideten Stirnseiten die wichtigsten gewünschten Elemente, denn sie erinnern sie an ihre Heimat. „Das war gegenüber den Behörden nicht so leicht durchzusetzen, aber wir haben es mit Hinweis auf ein Holzhaus in der Nachbarschaft geschafft und sind sehr glücklich darüber.“

Ins rechte Licht gesetzt

Glücklich war auch der Treppenbauer, der ihre Treppe entwerfen durfte. „Er freute sich, endlich mal eine richtige Treppe zu bauen und nicht eine, die mit minimalem Platz auskommen musste“, lacht Margret. Tatsächlich ist die Treppe das erste außergewöhnliche Element, das auffällt, wenn man ihr Haus betritt. Licht von oben erhellt einen großen Luftraum, der dem Haus eine Großzügigkeit verleiht, die man ihm von außen nicht ansieht. „Das war damals noch etwas ganz Neues, eine solche Lichtkuppel auf dem Dach zu bauen“, erinnert sich Ludger Borgel. „Ein Schreiner hat sie extra angefertigt.“ Das Licht setzt die rund gezogene Treppe in Szene. Durch den großen Treppenraum fallen die Zimmer im Erd- und Obergeschoss kleiner aus. Eine geschickte Aufteilung macht sie aber gut nutzbar. „Für unsere Töchter haben wir Betten in die Nischen bauen lassen. So blieb der Platz vor den Fenstern frei zum Spielen.“ Die Töchter sind nun aus dem Haus, kommen aber gern noch zu Besuch nach Hause. „Wenn man im Bett liegt, kann man durch ein Oberlicht in der innenliegenden Wand und durch die Lichtkuppel bis in den Himmel schauen!“ Ein für Ludger Borgel noch immer besonders gelungenes Detail.

Ein weiteres Highlight ist das doppelstöckige Fenster im Esszimmer. Mit der zurückspringenden Geschossdecke entstand im ersten Stock eine kleine Galerie mit Arbeitsplatz in Hörweite zum Esstisch. Von beiden Geschossen aus hat man den wunderschön angelegten Garten im Blick. Kleine Wege und Hecken strukturieren die Gartenfläche. Holzelemente und Stelen setzen besondere Töpfe in den Mittelpunkt. Unter dem großen Baum steht ein Bett aus Gerüstplanken mit einem geschweißten Untergestell. „Ich liebe es, im Garten zu liegen und auf so einem individuellen Bett ist das noch viel schöner!“

Modern aber nicht steril

„Wir haben in all den Jahren noch nie den Wunsch gehabt, etwas umzubauen oder zu ändern!“, berichtet Margret, was die wohl größtmögliche Auszeichnung für die Architektur ihres Cousins bedeutet. „Besonders wird das Haus aber durch Margrets Dekorationen und ihren Einrichtungsstil“, gibt Ludger Borgel das Kompliment zurück. Dieser Stil ist gradlinig, aber mit der Möglichkeit zu wechselnden Dekorationen. „Ich finde es schön zu zeigen, wie man sich gut einrichtet, ohne dass es steril wirkt.“ Moderne Elemente, wie das Sofa und die Küche, kombiniert sie daher mit Erbstücken ihres Schwiegervaters, der Schreiner war. Um den alten Gesindetisch stehen moderne Stühle und eine gemütliche Bank. Blumen in verschiedenen Arrangements und schönen Vasen sind die besonderen Augenfänger. „Diese Vase auf dem Wohnzimmertisch habe ich bei einer Messe für Newcomer von einer jungen Frau gekauft. Sie ist mundgeblasen und sehr fein gearbeitet.“

Glaswände trennen die Küche vom Esszimmer und das Büro im Obergeschoss vom Treppenhaus. So bleiben Sichtverbindungen bestehen, aber es entstehen Räume oder Nischen, die besser nutzbar sind. „In der Küche hatten wir eigentlich noch eine Schiebetür geplant. Die ist aber nie gekommen und würde vermutlich sowieso meist offen stehen“, ist sich Margret sicher. So bleibt das Erdgeschoss ein fließender Raum, in dem nur das Gäste-WC und das blaue Zimmer durch Türen abgetrennt sind. „Im blauen Zimmer können wir uns mal zurückziehen, wenn wir intensivere Gespräche führen wollen. Das machen wir heute noch so, auch wenn die Kinder schon aus dem Haus sind.“ Ein gutes Konzept für ein offenes Wohnen mit Kindern. „Wir sind Ludger heute noch dankbar, dass er uns so etwas Schönes wie dieses Haus ermöglicht hat!“ Um Kosten zu sparen, sah Ludger Borgel unter anderem wenige, sich wiederholende Fensterformate an allen Stellen des Hauses vor. „Er nannte sein Fensterformat damals Mondrian“, erinnert sich Margret. Für Borgel dient das Haus seiner Cousine noch immer als Vorbild für neue Bauherren. Eingebettet in den wunderschönen Garten lassen sich die meisten schnell überzeugen.

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