MÜNSTER! Magazin

Foto: Ulrike Meywald

N°130


Natürlich Weihnachten

Passt ein Weihnachtsbaum in eine kleine Wohnung? Auf jeden Fall, wenn er so schlank und filigran ist wie bei Ann-Kathrin. Sobald man ihre Wohnung im Kreuzviertel betritt, ist man im Weihnachtswunderland. Es duftet nach Zimt und jede Ecke wurde liebevoll mit Naturmaterialien dekoriert.  

Text ulrike meywald


Aufgewachsen in Nienberge, zog es Ann-Kathrin schon im Alter von 18 Jahren in die Innenstadt und seitdem nicht mehr wieder weg. „Ich war mittendrin, wohnte an der Ludgeristraße und fand das super! Schon das Kreuzviertel erschien mir ganz weit draußen“, lacht sie. Das änderte sich, als sie dorthin zog. „Erst da habe ich gemerkt, wie viel schöner es ist, in einem echten Wohnviertel zu leben. In der Innenstadt war man eher für sich.“ Ihre erste eigene Wohnung richtete sie noch bunt ein, doch vor etwa zehn Jahren änderten sich ihre Einrichtungsvorlieben. Zu dem Zeitpunkt hatte sie den Landhausstil in Naturtönen von Riviera Maison für sich entdeckt. „Ich liebte Rattan und habe noch immer unzählige Körbe im Keller.“ 

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Monochrom, ohne eintönig zuwirken: Das funktioniert mit einer begrenzten Farb­skala,aber unterschiedlich haptischen Oberflächen sehr gut. Ann-Kathrin wählte Rattan,raues Altholz und die filigranen Äste der Zeder in Verbindung mit glatten Oberflächen wie den Sternen aus Papier und den liebevoll verpackten Geschenken. Fotos: Ulrike Meywald 

„Die Zeder habe ich im Topf gekauft und das Jahr über steht sie bei meinen Eltern im Garten und wird liebevoll von meiner Mutter gepflegt.“
Ann-Kathrin

Rot nur als Lippenstift 

Zuhause ist für sie dort, wo das Herz sich wohl fühlt. Und das ist in Naturtönen und -materialien eingerichtet, auch zur Weihnachtszeit, denn sie mag es, wenn ihr Auge Ruhe findet. Trotzdem gibt es ein paar wenige rote Akzente. „Rot geht für mich eigentlich nur als Nagellack oder Lippenstift, aber meine Freundin Mona, die mehrere Flower-Hoops für mich gebunden hat, überredete mich dazu.“ So findet man einen roten Stechpalmzweig im Badezimmer und Stechpalmenbeeren, eingebunden in Ringe auf dem Balkon und im Wohnzimmer. Dort steht auch der schlanke Weihnachtsbaum, eine Zeder – als nachhaltige Alternative zur klassischen Tanne. „Die habe ich im Topf gekauft und das Jahr über steht sie bei meinen Eltern im Garten und wird liebevoll von meiner Mutter gepflegt.“ Auf diese Weise genießen sie jedes Jahr einen größeren Weihnachtsbaum, denn im letzten Jahr ist die Zeder einen halben Meter gewachsen. Ihre zierlichen Zweige sind mit weißen Papierschneeflocken geschmückt. „Die habe ich schon viele Jahre und finde sie immer noch schön.“ Das gilt auch für den Hocker aus Altholz, auf dem der Baum steht. „Ich habe ihn mit meinen Eltern in einem Geschäft in den Niederlanden entdeckt und sie haben ihn mir zu Weihnachten geschenkt“. 

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Dass das Sideboard mal der Schrank eines schwedischen Möbelhauses war, lässt sich kaum noch erkennen. Ann-Kathrin 
verwandelte es unter anderem mit Wiener Geflecht und strich es in der Farbe der Wand. Foto: Ulrike Meywald  

Wer hat es vererbt? 

Wenn es darum geht, Dekoläden in den Niederlanden zu entdecken, sind ihre Eltern immer gern dabei. „Mein Vater ist gelernter Schauwerbegestalter und von ihm habe ich wohl mein Deko-Gen. Vielleicht aber auch von meiner Mutter, denn die hat ebenso viel Spaß am Einrichten.“ Neben dem Stöbern und Arrangieren, hat Ann-Kathrin Freude am Selbstgestalten. Das Sideboard im Wohnzimmer etwa war ursprünglich ein Ikea-Schrank, in den sie vom Schreiner Ausschnitte sägen ließ. Diese verkleidete sie dann mit Wiener Geflecht, was sich als herausfordernder darstellte als angenommen. Mit einer Holzplatte als oberem Abschluss und einer Sockelleiste, um die Kabel zu verdecken, entstand so ein individuelles Möbelstück, das sie in mattem Grau-Beige wie die Wand strich. Da ihr Anspruch ist, auf gesundheitsschädliche Stoffe zu verzichten, erwarb sie die Farben für Wand und Schrank bei einem Online-Shop, der auf natürliche Farben und Mineralputze spezialisiert ist. 

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Wie einTannenwald stehen die Bretter unter der Dekostange. Mit Ledergriffen veredelte Ann-Kathrin ihre Küchenschränke. Fotos: Ulrike Meywald
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Platz ist in der kleinsten Hütte, zum Beispiel direkt unter der Decke im Flur. Zum schön gedeckten Tisch gehören für die Hausherrin Servietten­ringe, Platzdeckchen aus Seegras und an Weihnachten viele Teelichter und Kerzen. Fotos: Ulrike Meywald
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Der Adventskranz aus Hasenschwänzchen ist selbstgemacht, langlebig und passt wunderbar ins Farbkonzept. Ebenfalls selbstgemacht: Die Holzperlen­kette mit Tannen über dem Bett. Fotos: Ulrike Meywald  

Do it yourself 

Selbst gemacht ist auch der Adventskranz auf dem Esstisch in der Wohnküche. Er besteht aus getrockneten Hasenschwänzchen, Steckmoos und Kerzenhaltern. „Wenn ich ihn nochmal machen würde, würde ich eher Steckschaum nehmen, denn dann halten die Kerzen besser.“ Ein langlebiger Hingucker ist der Kranz aber auch so mit den langstieligen weißen Kerzen, und er passt perfekt ins Farbschema. Weiß, Schwarz, Grau, Beige und das Grün von Pflanzen – wenn man sich auf wenige Farben konzentriert, kann man perfekt kombinieren. So wie auf dem Eichenbrett in der Küche, das Ann-Kathrin mit einer schwarzen Dekostange, umschlungen von Tannengrün und Tannenbaumanhängern aus schwarzem Tonpapier dekorierte. Die zur Nutzung stets griffbereiten Brettchen passen ausgezeichnet in diesen Rahmen. Ebenso selbstgemacht ist die Girlande aus naturfarbenen Holzkugeln über dem Bett, an denen ebenfalls schwarze Tannen hängen. Mehr Deko braucht es nicht, um mit dem wohligen Gefühl aufzuwachen: Es ist Weihnachten!

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Mit Juteteppichen und Fellen wird es auf dem Balkon kuschelig. Im Hintergrund ist einer der roten Weihnachtsakzente zu sehen: Ein Flowerhoop von Ann-Kathrins Freundin Mona. Fotos: Ulrike Meywald

Hier findet ihr Ann-Kathrin bei Instagram: @nordic_home_style_am