N°152
Neues „BON BON“ - in historischen Mauern
Wenn wir in Münsters Innenstadt unter den vielen Häusern mit Geschichte besonders schöne hervorheben möchten, dann gehört „die ziegelrote Lady“ an der Martinistraße 2 mit Blick auf die Hörsterstraße wohl sicher dazu. Die 1763 erbaute und innen wild verwinkelte Stadtvilla ist seit diesem Herbst neu belebt – und nun ein BON BON Haus.
Text britta heithoff
Zuletzt war bis Anfang 2023 die Roestbar im Gebäude nahe dem Theater Münster zuhause, 15 Jahre lang wurde hier Spezialitätenkaffee ausgeschenkt. Danach schlossen sich die Kaffeehaustüren, denn das Gebäude musste umfassend restauriert werden. Hausbesitzer und Verleger Wolfgang Hölker liegt die Immobilie am Herzen, hier war er in den 1980er und 1990er Jahren mit seinen Unternehmen zuhause. Er rettete das Gebäude einst vor dem Abriss. Zudem ist dieser Ort die auch in den Kinderbüchern angegebene Adresse seines weitgereisten Freundes Felix, dem Hasen.
Ein Glück, dass Hölkers Tochter Louisa und ihr Mann Lucas Kuch nun der alten Adresse neues Leben eingehaucht haben. Mit sicherer Hand verwandelten sie die Immobilie in einen vielseitigen Anlaufpunkt, den sich Interessierte seit Anfang Oktober mit einigem treppauf, treppab erobern können. Kaffeeliebhaber etwa werden sich freuen, dass zum neuen Konzept auch wieder ein kleines Café gehört, das BON Café. Übrigens: Die hier zum Cappuccino angebotenen Madeleine-Feingebäcke mit weißem Schokoladenüberzug sind ein zartschmelzender Traum.
Rechts: Lucas Kuch und seine Frau Louisa Hölker mit ihren Eltern Siggi Spiegelburg und Wolfgang Hölker (von links). Foto: privat
Doch das Café ist nur eine Säule des Gesamtkonstrukts, denn im Erdgeschoss lockt ein Concept Store mit vielen handverlesenen Produkten rund um Interior, Deko, Geschenke, Tableware und, natürlich, Bücher. Teilweise stammen diese aus dem fein kuratierten Sortiment von Josef Kleinheinrich, Verleger und Galerist von Münsters Königsstraße.
Der Vielfalt ist noch nicht genug, jetzt kommt weitere Expertise, unter anderem auch durch Swantje Hinrichsen ins Spiel: Denn das BON BON Haus „kann“ auch Innenarchitektur und Interiorberatung und schöpft als BON BON Studio aus jahrelanger Expertise der „großen Schwestern“, den BON BON Häusern in Berlin und Hamburg, die die Betreiber zuvor „erfunden“ haben und auch weiter erfolgreich betreiben. Viel Erfahrung aus den Unternehmen in den Millionenstädten ist nun eingeflossen in das kleine rote Schmuckkästchen, in dem nun eben nicht nur geshoppt und Kaffee getrunken werden kann. In den oberen Etagen des Gebäudes steckt nun ganz viel Wissen um Farben und Stoffe, Beleuchtung und Raumwirkung inklusive starker Marken wie etwa Farrow & Ball.
Wie immer lautet unser Tipp: Einfach mal anschauen! Einen Kaffee trinken, Geschenke entdecken und „Inspirationen fürs Wohnen“ sammeln. Wir sind übrigens schon gespannt, wie sich der Vorplatz an der Hörsterstraße im nächsten Frühjahr entwickeln wird, wenn das BON BON Haus und seine Nachbarn, die Bar Freundschaft und das Restaurant Little Martini, ihre Außenbestuhlung wieder rausstellen und alles zu einer gemeinsamen Piazza verschmilzt. Inmitten soll dann auch wieder der Brunnen sprudeln, Familie Hölker wird sich darum kümmern.