MÜNSTER! Magazin

Foto: Stadt Münster/MünsterView

N°153


Ein Hoch auf die Gemütlichkeit

Richtig viele gemütliche Ecken gibt es im Gastraum vom Töddenhoek an Münsters Rothenburg. Das Lokal mit den westfälischen Speisen und der urigen Einrichtung feiert in diesem Jahr siebzigjähriges Bestehen.

Text britta heithoff


MÜNSTER! Magazin
Foto: Peter Leßmann

Wer vom Trubel der Rothenburg zwischen Aegidiimarkt und Arkaden direkt am Abzweig Geisbergweg ins Töddenhoek abbiegt, findet sich in einem Ecklokal wieder, das vor Detailreichtum nur so strotzt. Dunkle Hölzer, blau-weiße Fliesen, historische Bilder und allerlei Kannen, Pötte und uralte, scheinbar aus sich selbst heraus Geschichten erzählende Haushalts- und Dekoartikel geben den Rahmen für fröhliche Runden und zünftige Mahlzeiten.

MÜNSTER! Magazin
Foto: Peter Leßmann

Viele Einrichtungsdetails werfen Fragen zum Weiterrecherchieren auf, beantworten kann die Gastronomin Dana Horwath diese Fragen allerdings nicht. Sie (die eigentlich Diana heißt, aber alle sagen „Dana“) hat das Lokal von ihren Schwiegereltern Manfred und Inge Ringer 2014 übernommen. Seit über 40 Jahren ist das Töddenhoek jetzt in der Hand der Familie, gegründet wurde es vor 70 Jahren von Adele Allard als „Bierlokal“.

Geblieben ist die Original-Einrichtung, sie wird seit sieben Jahrzehnten gehegt und gepflegt, allenfalls mal stilpassend ergänzt, wie etwa durch die sich perfekt einfügenden Gardinenstoffe aus dem Westfalenstoffe-Sortiment von Mackenbrock.

MÜNSTER! Magazin
Ecke Rothenburg, Königsstraße, Geisbergweg befindet sich das ehemalige „Bierlokal“ Töddenhoek, das heute auch für seine westfälische Küche bekannt ist. Foto: Peter Leßmann
MÜNSTER! Magazin
Dana Horwath an ihrem Lieblingsplatz im Traditionslokal. Die vielen kleinen und größeren Schätze auf den Ablagen und an den Wänden liegen ihr am Herzen. Foto: Peter Leßmann

Im Februar wird Dana wieder gemeinsam mit ihrem Team (nach einer Fotodokumentation, damit später auch wieder alles auf seinem exakten Platz landet) jedes einzelne bewegliche Teil aus dem Gastraum entfernen und liebevoll säubern und kurz einlagern. Denn über die Karnevalstage geht es im „Tödden“, wie das Lokal gern knackig abgekürzt wird, hoch her. Und wenn am „Aschermittwoch alles vorbei ist“, dann soll das nach den holländischen Wanderverkäufern (den „Tödden“) und ihren gemütlichen Ecken („Hoeks“) benannte Gasthaus wieder wie eh und je aussehen.

MÜNSTER! Magazin
Das Töddenhoek in der Zeit des Wiederaufbaus Ende der 1950er Jahre und heute. Foto: Peter Leßmann

Seit 1980 ist es nicht nur Kneipe, sondern auch Speiselokal mit vielen Zufalls-, vielen touristischen, vor allem aber auch vielen Stammgästen aus Münster und dem Münsterland. Sie mögen die gemütliche Atmosphäre, die westfälischen Spezialitäten und das zugewandte, service­orientierte und flotte Team, das mit einem Strahlen über die Theke vorn im Gastraum direkt Willkommenskultur vermittelt.

MÜNSTER! Magazin
Foto: Peter Leßmann

Münsterländer Krüstchen, Westfälisches Zwiebelfleisch, Töttchen, Heringsstipp mit Äpfeln und Zwiebeln, Wirsingroulade und Eisbeinsülze, Pilzragout mit Rösti für die Vegetarier: Auch die Westfälische Herrencreme mit Rum und Schokolade als Dessert fehlt hier natürlich nicht.

Wer im Dezember einen Tisch bestellen wollte, musste leider enttäuscht werden: Schon im Herbst war der Andrang für den Winter so groß, dass keine Reservierungen für die Vorweihnachtszeit mehr möglich waren. Also vielleicht klappt es jetzt im Januar? Bevor Mitte Februar dann zu gegebener Zeit die karnevalistischen Polonaisen ins dann veränderte Gesicht des „Tödden“ hineinschwappen …