N°145
Die Allrounderin im Hintergrund
Schon als Grundschülerin wollte Karin Tarrach „Kellnerin“ werden. Sie lernte ihren Beruf in der Gastronomie von der Pike auf und ist jetzt ein unverzichtbarer Teil des Teams im Restaurant Ackermann, das zwischen Gievenbeck und Roxel gelegen von Stammgästen aus ganz Münster und dem Münsterland geschätzt wird.
Text britta heithoff
„Inklusive Putzen!“ habe sie ihren Ausbildungsberuf Hotelfachfrau von Grund auf gelernt – das erzählt Karin Tarrach, 1979 geboren in der Europastadt Röttingen im Unterfränkischen. Ihre Mutter war früher „Saaltochter“ mit Schürze und weißer Haube in einem Sanatorium. Das imponierte auch ihrer Tochter Karin, die dann in einem Flair Hotel in Markelsbach / Bad Mergentheim ihre Ausbildung absolvierte.
Ihre späteren Stationen führten sie nach Rothenburg ob der Tauber, in den Schwarzwald und schließlich nach München, wo sie im Lehnbach die Restaurantleitung übernahm und bei schillernden Events unter anderem auch auf Stars und Sternchen wie etwa Paris Hilton traf. So entwickelte sie sich fortlaufend weiter. „Mit Mitte Zwanzig wollte ich dann aber weg aus der Großstadt und habe einfach mal in der Zeitung gesucht hat, was es sonst so gibt.“ So landete sie vor fast 20 Jahren im Restaurant Ackermann. „Vielleicht bleib ich hier erstmal einfach nur ein Jahr zum Ausprobieren“, dachte sie damals. Weit gefehlt! Sie ist immer noch da. Was für beide – für sie und für den Arbeitgeber – spricht. „Es war spannend aus der Großstadt ins beschauliche Münster zu kommen, genau sowas hatte ich gesucht, etwas Ruhigeres, zwischen Stadt und Land“, erzählt Karin Tarrach.
„Ich bin dann auch direkt als Restaurantleitung gestartet!“, freut sie sich noch heute über diesen Schritt. „Damals war das allerdings noch etwas anders als heute: Es gab noch mehr sehr große Gesellschaften mit 130, 140 Personen, gefeiert wurde bis in die Nacht, im Sommer gab es ein Schützenfest mit Vogelschießstand (daran erinnert sich auch die Autorin dieser Zeilen gut, Anmerkung der Redaktion), wir haben freie Trauungen im Garten ausgerichtet und hier wurde so ziemlich alles gefeiert, was man sich vorstellen kann“, erzählt Karin Tarrach. „Und so begann die Zeit mit den besten Chefs, die ich je hatte …“
Das ist auch der Grund, warum Karin Tarrach auch heute noch, in einer neuen Lebenssituation, den Ackermanns die Treue hält. Inzwischen lebt sie mit Ehemann und Sohn in einem Haus im nahe gelegenen Stadtteil Roxel. Heute ist sie nun für die Gäste eher unsichtbar im Hintergrund tätig. „Morgens bin ich nach dem Putzdienst die Zweite, die das Restaurant betritt: Es geht direkt los mit Tischplanung für den Tag, ich rücke Möbel, richte alles, nehme Telefonanrufe für Reservierungen, Lieferungen und die frische Tischwäsche an, gieße die Blumen, decke die Tische ein – ich bin einfach „die Mutti vom Vormittag!“ Und das jeden Tag.
„Mit den Gästen im Austausch zu sein, liebe ich sehr, das fehlt vormittags manchmal etwas, daher freue ich mich, wenn ich auch mal zusätzlich zu Betriebszeiten einspringen darf. Und darum bin ich froh, wenn unser Küchenchef um 13 Uhr kommt, wir gehen dann alles für den Tag gemeinsam durch“, erzählt Karin Tarrach, deren Lieblingsgetränk übrigens ganz klar „Sekt“ ist, „es muss britzeln im Glas!“ Natürlich liebt sie auch die saisonalen Highlights, derzeit steht ja die Spargelsaison vor der Tür.
Rundum happy ist Karin Tarrach, dass sie die Begleitung ihres zehnjährigen Sohns Luis so prima mit ihrer „zweiten Heimat Ackermann“ verbinden kann – durch die Dienstzeit am Vormittag. „Ich kenne hier alles, weiß wo alle Schalter, Kniffe, notwendigen Handgriffe sind, arbeite mit super Chefs und Kollegen zusammen, fühle mich dabei pudelwohl“, sagt sie. Und wuselt schon wieder weiter.
Restaurant Ackermann
Das Restaurant Ackermann ist mittwochs bis sonntags ab 18 Uhr, sonntagmittags auch von 12 bis
14 Uhr geöffnet. Zwischen Gievenbeck und Roxel gelegen haben Beate und Norbert Ackermann mit ihrem Team saisonal inspirierte Küche auf Spitzenniveau geschaffen, das Familienunternehmen
besteht seit über 130 Jahren. Vom entspannten Sommerevent im Freien bis zur gemütlichen Weinprobe – Stammkunden, nicht selten Familien in zweiter oder gar dritter Generation – genießen die anregende Atmosphäre und herzliche Gastlichkeit.