N°155
Wir brauchen die Weite
Man muss aufpassen, dass man nicht „überfahren“ wird, wenn man den Hof in Drensteinfurt betritt, auf dem Pilar und ihr Mann Leo mit ihren Kindern Hannes und Matti wohnen. Am liebsten zischen der Sechs- und der Vierjährige nämlich mit ihren Fahrzeugen darüber. Ihre Vorliebe dafür haben die Beiden eindeutig geerbt.
Text ulrike meywald
Leo ist mit vier Geschwistern, zwei älteren Schwestern und zwei jüngeren Brüdern, auf dem Hof südlich von Drensteinfurt aufgewachsen, der 1845 erbaut wurde. „Auch ich bin als Kind schon alle möglichen Fahrzeuge gefahren“, erinnert er sich. Sogar über eine Anmeldung zur Kinderwette bei Wetten, dass ..? wurde mal nachgedacht. „Ich konnte als Siebenjähriger einen 40-Tonner-LKW rückwärts einparken.“ Früher wurde der Hof immer an den ältesten Sohn vererbt. Das hat sich zwar inzwischen geändert, aber für Leo, den ältesten Sohn in seiner Familienfolge, stand schon früh fest, dass er solch ein freies Leben auch für seine Kinder und daher den Hof übernehmen wollte. „Tür auf und raus“, das fand Leo immer schon gut. „Die Kinder sind entweder auf dem Hof unterwegs oder besuchen die Nachbarn.“ Pilar kannte das Landleben nicht von klein auf, denn sie wuchs mitten in Drensteinfurt auf. Erst mit vierzehn Jahren zog sie mit ihren Eltern auf einen Hof zwischen Drensteinfurt und Rinkerode. „Daher konnte ich es mir gut vorstellen, mit Leo auf seinem elterlichen Hof zu leben.“
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